Kantonsratswahlen 15. April 2007:
Wahlplattform der AL Zürich: AL - stark links
Wer anders denkt, wählt AL - Alternative Liste/PdA
Im Kantonsrat geben neoliberale Prinzipienreiter aus SVP und FDP den
Ton an. Das muss sich bei den kommenden Wahlen ändern. Die alles
erstickende Mehrheit der bürgerlichen Parteien muss geknackt werden.
Unser Kantonsparlament braucht dringend einen Klimawandel. Eine
Luftveränderung von links. Durch den Einzug der Alternativen
möglichst in Fraktionsstärke.
1. Schluss mit Steuergeschenken für die Reichen - weg von der desaströsen SVP/FDP-Finanzpolitik
Teilabschaffung der Erbschaftssteuer, Abschaffung der
Handänderungssteuer, Senkung der Unternehmenssteuern: die regierende
Mehrheit im Kanton hat sich in den letzten Jahren aktiv am ruinösen
Kampf um das lukrativste Steuerangebot für die Besitzenden und Reichen
beteiligt. Die Zahl der ausländischen Millionäre, denen das kantonale
Steueramt mit der Pauschalsteuer einen faktischen Steuererlass gewährt,
steigt Jahr für Jahr. Die AL verlangt mit einer kantonalen
Volksinitiative die Abschaffung dieses Steuerprivilegs. Wir müssen weg
von der desaströsen Finanzpolitik von SVP und FDP. Kanton und Gemeinden
dürfen die Mittel für ein leistungsfähiges Gesundheitswesen, ein
integrationsfördendes Bildungssystem und eine faire Personalpolitik
nicht weiter entzogen werden. Die von den Kaputtsparern eingeführte
"Ausgabenbremse", die jede Innovation verhindert, gehört abgeschafft.
2. Kein Abbau beim Lehren und Lernen. Damit Chancengleichheit kein leeres Wort bleibt
Alle erklären, bei der Bildung darf nicht gespart werden. Doch
den schönen Worten folgen keine Taten. In der Volksschule droht ein
massiver Abbau bei den Stütz- und Fördermassnahmen. Im Kanton fehlen
mehr als tausend Lehrstellen, doch der Kantonsrat schiebt griffige
Massnahmen wie die Einrichtung eines Berufsbildungsfonds auf die lange
Bank. An den Berufsschulen und in den Bezirken werden
Weiterbildungsangebote und Erwachsenenbildung zusammengestrichen: das
Terrain soll kommerziellen, privaten Bildungsfirmen überlassen werden.
Mehr Chancengleichheit wird es nur geben, wenn auch die Bildungsbremse
endlich ausgeschaltet wird.
3. Gegen Armut - nicht gegen Arme. Mehr Hilfe - weniger Zwang bei der Existenzsicherung
Regierungs- und Kantonsrat bekämpfen nicht die Armut, er kämpft
gegen die Armen. Mit dem neuen Sozialhilfegesetz sollen jene abgestraft
werden, die nicht an den staatlichen Integrationsprogrammen teilnehmen
können oder wollen. Der Kanton muss endlich in Angebote investieren,
die Perspektiven für die aus dem Arbeitsmarkt Ausgegrenzten eröffnen
und ein selbständiges Leben mit weniger Geld ermöglichen. Mit der
Förderung von Nischenarbeitsplätzen im regulären Arbeitsmarkt. Mit
einer aktiven Förderung des kommunalen und genossenschaftlichen
Wohnungsbaus auf dem ganzen Kantonsgebiet und Massnahmen gegen die
Vertreibung der einkommensschwächeren Haushalte aus den Zentren in die
Agglomeration. Mit zwei Volksinitiativen hat sich die AL erfolgreich
für eine grosszügigere Verbilligung der Krankenkassenprämien für
KleinverdienerInnen und Haushalte mit Kindern eingesetzt. Ein mutiger
weiterer Aubauschritt ist jetzt fällig.
4. Mehr Luft weniger Lärm. Wir brauchen weder Stadttunnel und noch ein 30-Milliarden-Strassenbauprogramm
Alle reden vom Klimawandel. Doch weniger Dreck in der Luft,
weniger CO2 in der Atmosphäre und weniger Lärm in den Ohren wird es nur
geben, wenn die Stadtzürcher Autobahnlücken Lücken und der Zürcher
Stadttunnel ein Papiertiger bleibt. Wenn das wahnwitzige
30-Milliarden-Autobahnprogramm der SVP/FDP-Mehrheit gestoppt wird. Und
stattdessen die überfälligen Streckenausbauten im S-Bahn-Netz
realisiert werden. Und die Flugbewegungen in Kloten begrenzt und die
Nachtruhe verlängert werden.
5. Abschied von der Schweiz von gestern
Am 24. September 2006 hat eine nationalkonservative Mehrheit
demonstriert, wie wir hierzulande mit "den Fremden" umzugehen haben.
Gegen dieses Scheuklappendenken von gestern setzt sich die AL zur Wehr.
Damit die Freizügigkeit nicht nur für jene AusländerInnen gilt, die mit
einem prall gefüllten Portemonnaie in die Schweiz kommen. Das
Zusammenleben zwischen Schweizern und Ausländern nicht durch staatliche
Zwangsmassnahmen erschwert wird. Das Recht zu heiraten und
zusammenzuleben auch für binationale Paare erhalten bleibt. Damit
Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft endlich mehr für die
Integration tun statt darüber zu reden. Und das fordert die AL mit
ihrer Stadtzürcher Volksinitiative - die Schweizermacher in den
Parlamenten künftig nicht mehr über Einbürgerungen entscheiden.
6. Für unsere Bürgerrechte. Damit sich die alten Liberalen nicht im Grabe umdrehen
Mit einem neuen Polizeigesetz will der Regierungsrat die Rechte des
Staates über die Rechte der Bürgerinnen und Bürger setzen. Nach dem
Motto "erlaubt ist, was der Polizei genehm ist" sollen unerwünschte
Personen und unerwünschte Verhaltensweisen rigoros bekämpft werden. Die
AL tritt ein für eine Schweiz, in der die alten bürgerlichen Freiheiten
und der Schutz des Einzelnen vor dem Zugriff des Staates weiterhin für
alle gelten.
Zürich, 6. Februar 2007
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